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Amine Waschmaschine


Wie die BASF-Verfahren in der Gaswäsche Geschichte schreibt




Foto: Insel Melkoya vor Norwegen
An Orten wie diesem wird aMDEA eingesetzt: Erdgasförderung auf der Insel Melkoya vor der norwegischen Küste.
In zehn Jahren von der Referenzanlage zu einem führenden Unternehmen in der Erdgaswäsche: Erfolgsgeschichten wie die BASF-Technologie aMDEA® gibt es selten.

Es begann mit Ammoniak. Den wollte die BASF kostengünstiger herstellen. Anfang der 1970er-Jahre suchte man daher nach Methoden, um Kohlendioxid (CO2) effizienter aus dem bei der Herstellung eingesetzten Synthesegas abzutrennen. Und wurde fündig: BASF-Forscher erfanden ein Verfahren mit Methyldiethanolamin (MDEA) als "Gas-Waschmittel", das mit Hilfe eines speziellen Aktivators besonders reaktionsfreudig gemacht wird. Dieses "aktivierte Methyldiethanolamin" - kurz: aMDEA - verbindet sich viel leichter mit CO2 und trennt es besser aus dem Synthesegas ab, als das bis dahin übliche Monoethanolamin oder die Pottasche. Das Verfahren kommt mit deutlich weniger Energie aus und erzielt eine viel höhere Anlagenkapazität.

Zunächst setzte die BASF das Verfahren nur in den eigenen Ammoniak- und Synthesegasfabriken ein, vergab aber später auch Lizenzen an andere Ammoniakproduzenten. Findige BASF´ler hatten Anfang der 1990er-Jahre die Idee, die aMDEA-Technologie an Öl- und Gasunternehmen zu vermarkten. Denn auch Gase wie verflüssigtes Erdgas ("Liquified Natural Gas", kurz LNG) müssen gewaschen - also von Verunreinigungen wie CO2 oder Schwefelwasserstoff befreit werden. Doch die potenziellen Kunden waren skeptisch: Das aMDEA-Verfahren war bis dahin noch nie in einer Flüssigerdgasanlage eingesetzt worden. Was fehlte war eine Referenz-Anlage.


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Über aMDEA
aMDEA® steht für "aktiviertes Methyldiethanolamin". Der BASF-Unternehmensbereich Intermediates vermarktet diese Technologie zur Entfernung saurer Gase wie Schwefelwasserstoff (H2S) und Kohlendioxid (CO2). Das eigentliche Waschmittel ist eine wässrige, basische Aminlösung, die die BASF an ihren Standorten in Ludwigshafen, Deutschland, sowie in Geismar (USA) herstellt. Funktionsprinzip: Das zu waschende saure Gas wird durch einen Reaktor mit der basischen aMDEA-Waschlösung geleitet. Es kommt zu einer Säure-Base-Reaktion: Der unerwünschte Bestandteil - zum Beispiel CO2 - reagiert mit dem aMDEA und bleibt in der Waschlösung zurück. In einem zweiten Reaktor wird die Waschlösung erhitzt und so vom CO2 befreit. Die gereinigte aMDEA-Lösung wird in den ersten Reaktor zurückgeleitet und wieder eingesetzt. Damit das CO2 (nach der Gaswäsche und Wiederaufbereitung) nicht in die Atmosphäre entweicht, kann es unter Energieaufwand verdichtet und gespeichert werden - zum Beispiel in salzwasserführenden Gesteinsschichten (Aquiferen) oder in ausgebeuteten Öl- und Gaslagerstätten.
Der Durchbruch kam 1997 auf Borneo, Indonesien, zwei Autostunden nördlich des Äquators: Hier inmitten des Dschungels von Kalimantan steht die zu diesem Zeitpunkt größte Flüssigerdgasanlage der Welt. Und die staatliche Betreibergesellschaft Pertamina hatte sich dafür gewinnen lassen, aMDEA in einem von sieben Produktionssträngen einzusetzen. Mit riesigem Erfolg, denn das Verfahren bewährte sich sehr gut.

Heute ist die BASF ein gefragter Partner in Sachen Erdgaswäsche. Die BASF vergibt Lizenzen für das aMDEA-Verfahren, verkauft die Waschlösung und liefert auch weitere technische Services", sagt Dr. Andreas Northemann, Leiter des globalen Gaswäschegeschäfts im BASF-Unternehmensbereich Intermediates. "Der LNG-Markt wächst überdurchschnittlich." Und die Zukunftsaussichten sind gut: Neue Impulse verspricht sich Northemann von Innovationen im Kerngeschäft und neuen Zukunftstechnologien, wie der CO2-Wäsche aus Kraftwerksgasen oder Biogasen.

Stand: August 2009


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