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| Gaswäsche in der Sahara |

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Er hat einen der wohl heißesten Arbeitsplätze der BASF: Im Erdgasfeld Krechba, mitten in der Wüste, schult Justin Hearn bei über 50 Grad Celsius algerische Kollegen im Umgang mit der BASF-Gaswäsche-Technologie nach dem aMDEA®-Verfahren und sorgt so dafür, dass die Reinigung des Erdgases problemlos anläuft.
Von Reinhard Staudacher
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| Mitten in der Sahara ist um das Erdgasfeld Krechba und die Anlagen eine kleine Stadt aus Baracken und Wohncontainern entstanden. |

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Algerien, südliche Sahara. Wir sind Hunderte Kilometer von der nächsten bewohnten Siedlung entfernt. Das Erdgasfeld Krechba liegt mitten in der Wüste und wird von einem Jointventure des algerischen Staatsunternehmens Sonatrach mit den Firmen BP und Statoil erschlossen. Glühend heiße Luft flimmert über der staubtrockenen Landschaft. Unbarmherzig brennt die Sonne auf den Stahl der Anlage, der sich dadurch bis auf 80 Grad erhitzt. Das Thermometer zeigt 55 Grad im Schatten. Und ein BASF-Mitarbeiter macht seinen Job.

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Justin Hearn arbeitet im Technischen Marketing Gaswäsche des Unternehmensbereichs Zwischenprodukte. Seine Aufgabe hier vor Ort beim Kunden: Der 50-jährige Verfahrensingenieur schult die Betriebsmannschaft im Umgang mit der BASF-Gaswäschetechnologie nach dem aMDEA®-Verfahren - und sorgt so dafür, dass die Reinigung des Erdgases problemlos anläuft. Doch bis es so weit war, haben Hearn und seine Kollegen schon jede Menge Vorarbeit für den Kunden geleistet.

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Rückblende: Ende der 50-er Jahre entdecken Geologen unter dem heißen Wüstensand in Krechba ein ergiebiges Erdgasfeld. Aufgrund der verkehrstechnisch ungünstigen Lage beginnen aber erst Ende der 90-er Jahre die Vorbereitungen für eine Erschließung. Das Problem: Probebohrungen ergeben, dass das Erdgas hier durchschnittlich 6,5 Prozent Kohlendioxid enthält - zuviel, um es als Brennstoff zu verwenden. Also macht sich Sonatrach auf die Suche nach einer Technologie, mit deren Hilfe das CO2 bei der Erdgasförderung entfernt werden kann.

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BASF Verfahren benötigt wenig Energie


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| Sonnenuntergang über der Anlage |
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Auch bei der BASF in Ludwigshafen landet eine Anfrage. "Und wir hatten gute Argumente", sagt Hearn. "Die Gaswäsche nach dem patentierten aMDEA-Verfahren der BASF benötigt vergleichsweise wenig Energie - und anders als Gaswaschmittel des Wettbewerbs greift aMDEA Eisen nicht an." Wo bei Konkurrenzprodukten teurer Edelstahl notwendig ist, genügt beim BASF-Verfahren preiswerter Normalstahl. "Ein Riesenvorteil", wie Hearn betont. "Beim Bau der Anlage spart der Kunde viele Millionen Euro." Diese Argumente überzeugen: Die BASF erhält 1999 den Zuschlag. Jetzt ist das technische Know-how von Hearn und seinen Kollegen gefragt: Sie unterstützen den Kunden und dessen Kontraktoren bei Auslegung und Design der Anlage, unter anderem mit Hilfe eines Simulations-Software.
Mitte 2004 sind die Anlagen fast fertiggestellt. Mitten in der Sahara ist eine kleine Stadt um das Erdgasfeld entstanden - Anlagen, Baracken und Wohncontainer für die Mannschaft. Justin Hearn macht sich auf den Weg. Zwei Tage dauert die Reise in die abgelegene Region: Von Frankfurt geht es mit der Linienmaschine nach London. Von der britischen Hauptstadt bringt ihn ein Versorgungsflugzeug von BP nach Hassi Messaoud im Norden Algeriens. Dort steigt Hearn in eine kleine Propellermaschine, die beim Erdgasfeld Krechba im Wüstensand landet.

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Leben im Wohncontainer

aMDEA®BASF-Technologie zum Entfernen von Verunreinigungen aus Gasen wie Erdgas oder Synthesegas. Der Name stammt von dem bei dieser Art der Gaswäsche verwendeten Produkt: "aktiviertes Methyldiethanolamin". BASF zählt auch bei der Gaswäsche zu den weltweit erfolgreichsten Unternehmen. Das als Aminwäsche bezeichnete Verfahren wird derzeit in über 200 Anlagen zur Reinigung von Synthesegasen und Erdgas angewandt. Nach einer Nacht in seinem Quartier - ein kleiner Wohncontainer mit nicht viel mehr als einem Tisch, einem Bett und einer Klimaanlage ausgestattet - beginnt er mit der Schulung der algerischen Operateure. Der Seminarraum: Ebenfalls ein Containerbau. Zehn Tage bleibt Hearn bei seinem ersten Aufenthalt in der Wüste. Danach kommt er noch zwei Mal wieder und begleitet die Inbetriebnahme, bis die Gaswäsche wirklich läuft. Stunde für Stunde holt Sonatrach zusammen mit den Jointventure-Partnern BP und Statoil jetzt 1,3 Millionen Kubikmeter Erdgas aus dem Wüstenboden. Dank BASF-Technologie wird der CO2-Anteil im Erdgas von 6,5 auf unproblematische 0,3 Prozent gesenkt. Das absorbierte CO2 wird unter die Erde zurückgepumpt und trägt somit nicht zum Treibhauseffekt bei.
Bis zu hundert Tage im Jahr ist Justin Hearn für die BASF in fernen Ländern unterwegs. In viele abgelegene Regionen hat ihn seine Arbeit schon geführt - Katar, Saudi Arabien, Nigeria oder das Dreiländereck Turkmenistan-Afghanistan-Iran. Ob er bei seinen ausgefallenen Dienstreisen manchmal auch Angst hat? Justin Hearn lacht. "Mulmig ist es mir eigentlich nur auf dem Frankfurter Hauptbahnhof bei Nacht", scherzt er. "Auch wenn es nicht immer ganz ungefährlich zugeht: Ich liebe meine Arbeit wegen ihrer Vielfalt - vom ersten Kontakt bis zum Anfahren der Anlage und darüber hinaus bin ich für den Kunden da. Das macht einfach Spaß."
Doch bei aller Begeisterung für die Arbeit: Wenn nach einem harten Arbeitstag die Schatten über der Wüste immer länger werden, die Sonne schließlich glutrot am Horizont untergeht und die Temperatur auf unter zwanzig Grad abfällt, dann ist auch in der Sahara Feierabend.

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Stand: März 2007

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